Ford LTL-9000 Wrecker

 

 Baubericht

 

Die Idee zum Bau dieses Modells kam mir durch einen Artikel aus der Zeitschrift „Car Modeler“ vom November 1995. Hier wird recht gut beschrieben, wie man einen Ford LTL 9000  mit dem Wreckeraufbau des „Can-Do-Wreckers“ von Revell  (Nr. 7541) kombinieren kann. Der Artikel ist leider komplett in englisch verfasst, aber alles was man für den Zusammenbau wissen muss, kann man ohne Probleme herauslesen. Des Weiteren sind zu einigen Bauabschnitten hilfreiche Fotos mit Maßangaben enthalten, welche das Ganze noch anschaulicher machen.    

 

Als Basis für den Umbau dienten mit der Peterbilt Wrecker von Revell und der Bausatz des U.S. Wrecker Truck von Italeri. Natürlich kann man hier auch auf einen anderen LTL-Bausatz zurückgreifen.

 

 

Teil 1:  Wrecker-Aufbau

Der Wrecker-Aufbau erfolgte komplett OOB. Hier habe ich zuerst alle Teile von den Gießästen getrennt und nach Baustufen sortiert. Anschließend wurden alle Grate entfernt und die Teile sauber verschliffen. Danach erfolgte der Zusammenbau der einzelnen Segmente des Wrecker-Aufbaus.

 

An der Halterung des Challenger-Krans, sowie an diversen anderen Teilen des Auslegers bzw. Aufbaus habe ich zur Detaillierung zusätzlich einige Sechskant-Schrauben von CMK (Durchmesser 2mm) angebracht. Ebenso kamen echte Nieten aus Messing zum Einsatz.  

       

Nachdem alle Baugruppen fertiggestellt waren, ging es an die Lackierung der Teile. Zuerst wurde der ganze Aufbau mit Tamiya-Primer grundiert und danach mit 2000er Schleifpapier nass angeschliffen, um so die letzten Unebenheiten zu beseitigen. Anschließend erfolgte der Lackauftrag. Das Farbschema ist frei gewählt. Ich entschied mich dabei für eine Kombination aus dunkelrot (Revell Nr. 32) und hellblau (RAL 5015).

Im ersten Schritt wurde der Body komplett in blau lackiert (2 Schichten). Anschließend wurden die Staukästen abgeklebt und diese dann in rot abgesetzt. Nach dem Trocknen erfolgte dann ein Zwischenschliff mit 2000er Schleifpapier (nass). Im nächsten Schritt wurden die Decals aufgebracht. Die Schriftzüge und Logos habe ich alle selbst erstellt und mir von Decalprint entsprechend drucken lassen. Da ich bei den Schriftzügen einen schönen Kontrast zur Lackierung haben wollte, wurden diese in einem kräftigen gelb gehalten. Weiterhin habe ich noch eine Vielzahl von Decals aus der Ersatzteilkiste aufgebracht.

Nachdem die Decals ca. 1 Woche lange gut durchtrockneten, erfolgte dann die Versiegelung mit Klarlack. Hierbei ließ ich mich in Punkto Verträglichkeit mit den Decals auf keine Experimente ein und verwendete den Topcoat von Gunze. Allerdings entschied ich mich den Klarlack mit der Airbrush aufzutragen. Dazu habe ich die Spraydose vorher "dekantiert" und in ein Glas abgefüllt. Dies kann recht einfach mit einem Stück Druckluftschlauch oder einem Strohhalm machen. Das eine Ende über den Sprühkopf ziehen und das andere ins Farbglas stecken. Die Glasöffnung sollte man vor Beginn noch mit einem Stück Klebeband zukleben. Danach den Inhalt der Dose langsam umfüllen. Vor Verarbeitung sollte man das Glas noch eine Weile geöffnet stehen lassen, sodass das Treibgas entweichen kann. Macht man das nicht, kann es nach dem Schütteln eine böse Überraschung geben. Der Klarlackauftrag erfolgte dann in 3 dünnen Schichten.  Die Verarbeitung mit der Airbrush ist dabei wesentlich ergiebiger und komfortabler als mit der Spraydose.

Nach dem klarlackieren habe ich den Wrecker-Aufbau ca. 3 Wochen gut durchtrocknen lassen.  Danach wurde das Ganze mit 4000er Micro-Mesh nass angeschliffen und anschließend poliert. Hier habe ich auf die Polituren der Tamiya-Compound-Reihe  zurückgegriffen. Zuerst die grobe Körnung, dann fein und zum Schluss das Finish. Das ist eine sehr mühsame Arbeit aber der Aufwand lohnt sich in jedem Falle und man bekommt ein tolles Ergebnis. Abschließend erfolgte dann noch die Versiegelung mit Tamiya-Polishing-Wax.  

Der Wrecker-Aufbau ist soweit fertiggestellt. Die Haken und Ösen aus dem Bausatz wurden gegen Metallteile von KFS ausgetauscht. Die Ford-Logos sind Ätzteile von Gunther Wagner. Weiterhin habe ich noch einige Zusatzscheinwerfer montiert, sowie diverses Zubehör wie z.B. Stahlseil, Unterlegkeile, Feuerlöscher, Werkzeug usw. angebracht. 

 

 

 

Teil 2:  Ford LTL 9000 

Für den Bau müssen die Chassis-Teile von beiden Bausätzen verwendet werden. Der vordere Teil vom Ford LTL und der hintere Teil vom Peterbilt Wrecker. In dem oben genannten Artikel wird relativ gut beschrieben, an welchen Stellen die betreffenden Bausatzteile getrennt werden müssen. Hierbei ist darauf zu achten, daß man exakte Schnitte hat, damit die Chassisteile später auch problemlos wieder zusammensetzt werden können. Beim verkleben habe ich die Klebestellen an den Rahmenteilen innen noch mit einem dünnen Streifen Polystyrol verstärkt. Das Ganze wurde abschließend sauber miteinander verschliffen, so daß man keinerlei Übergänge mehr sieht. 

Im nächsten Schritt wurden dann die drei Hinterachsen mit Getriebe des Peterbilt Wrecker am Chassis montiert. Das Ganze erfolgte gemäß Bauanleitung, ohne irgendwelche Änderungen. Die Vorderachse des Ford LTL wurde ebenfalls gemäß Bauanleitung zusammengebaut. Die Passprobe zeigte hier, daß man die Vorderachse ohne Probleme an den vorgesehenen Stellen am Chassis montieren kann. Es bedarf keinerlei Änderungen. Die Vorder- und Hinterachsen sind exakt auf einer Höhe.

   

Der Motor wurde gemäß Anleitung zusammengebaut. Danach habe ich diesen vorab noch ein wenig verkabelt und anschließend in einem selbst angemischten Farbton lackiert.  Einzelne Teile (z.B. Ölfilter) wurden noch farblich abgesetzt. Die Keilriemen wurden ebenfalls in schwarz abgesetzt.

 

Das gesamte Chassis wurde in schwarz seidenmatt mit Revell-Aqua-Color lackiert. Der Einbau des Motors erfolgte nach Bauplan. Lediglich die Bausatz-Antriebswelle musste ein wenig gekürzt werden. Die Schlauchschellen an den Leitungen habe ich vor der Montage noch mittels Bare-Metal farblich abgesetzt. Abschließend bekamen Motor und Chassis noch einige Decals in Form von Typenschildern und Warnplaketten.

       

Für die Hinterachse habe ich auf die Bausatz-Reifen des Ford-Wreckers zurückgegriffen, welche aufgrund der dritten Hinterachse durch weitere vier aus der Ersatzteilkiste ergänzt wurden. Die hinteren Felgen entstammen der Restekiste. Hier mussten einige Modifikationen durchgeführt werden, so daß diese dann letztendlich auch auf die vorgesehenen Halterungen am Modell passten. Die Vorderreifen stammen von Auslowe und sind ein wenig breiter als die Hinterreifen. Die vorderen Felgen sind ebenfalls aus der Restkiste.

     

Die Kabineninneneinrichtung wurde in einem hellen grau in seidenmatt lackiert. Die Seitenverkleidungen der Türen wurden noch farblich abgesetzt. Die Sitze habe ich in einem matten braun lackiert und anschließend mit seidenmattem Klarlack überzogen, so daß diese den ledertypischen, speckigen Glanz erhalten. Die Details am Armaturenbrett wurden allesamt mit einem Zahnstocher hervorgehoben.             

   

Das Interior wurde noch mit einigen Zubehörteilen etwas aufgewertet. Der Feuerlöscher und das CB-Funkgerät sind Resinteile von Auslowe.  Die farblichen Details wurden mit Hilfe eines dünnen Pinsels und einem Zahnstocher hervorgehoben.

     

Die Treibstofftanks aus dem Bausatz habe ich gegen gedrehte Alutanks von M.C.A. ausgetauscht. Diese haben 29mm im Durchmesser und sind 60mm lang. Dies ist zwar nicht unbedingt die billigste Lösung aber man hat dabei keine hässlichen Klebenähte und keinerlei Lackieraufwand. Die Tanks beinhalten je 2 Halterungen aus Weissmetall, Klebeband (schwarz und chrom) zum nachbilden der Haltebänder und einen gedrehten Tankdeckel.  Die Trittbleche sind fotogeätzte Teile von KFS. Diese werden mit den entsprechenden Halterungen geliefert. Das Ganze ist eine ziemliche Fummelei, da die Teile doch sehr klein sind und auch keine richtige Klebefläche haben. Hier benötigt man eine ruhige Hand und sehr viel Geduld, so daß man später auch keine Klebstellen an den Teilen mehr sieht. Hierbei empfehle ich den dünnflüssigen Schnellkleber von Greven.

       

Das Fahrerhaus und die Motorhaube wurden ebenfalls zweifarbig lackiert und nach dem Aufbringen der Decals mit Gunze Topcoat versiegelt. Nach dem Auftrag des Klarlacks erfolgte wieder ein Zwischenschliff mit 4000er Micro-Mesh. Abschließend wurde alles mit Tamiya-Compound poliert und mit Tamiya-Polishing-Wax versiegelt. Die Fensterdichtungen an der Kabine wurden mit einem schwarzen Stift nachgezogen und die Sicken mit einem Rotring-Isograph (Stärke 0,35mm) eingefärbt.   

Das fertige Fahrerhaus mit Motorhaube. Das Ford-Logo am Kühlergrill ist ein Ätzteil von Gunter Wagner. Die Scheibenwischer an der Kabine sind ebenfalls Ätzteile von KFS. Die Signalhörner aus dem Bausatz wurden gedrehte Aluteile von Auslowe ersetzt.  
 

Das Fahrerhaus und die Motohaube sind auf dem Chassis montiert. Die gedrehten Alutanks von KFS sind ebenfalls angebracht. Der Stoßstange habe ich noch ein paar Zusatzdecals spendiert.

Die Teile für die Highpipes wurden alle entchromt und mit Chrom-Effekt-Farbe von Spazz-Stixx neu lackiert. Diese Farben sind praktisch identisch mit Alclad. Zuerst muss hier eine schwarze Grundierung aufgetragen werden (am besten Revell Nr. 7) und anschließend wird die Farbe in mehreren dünnen Schichten aufgebracht. Das Ergebnis ist auf jeden Fall überzeugend. Meiner Meinung nach ist diese Farbe sogar noch einen Tick besser als Alclad. Abschließend wurden noch die Enden der Highpipes innen mit matt schwarzer Farbe eingefärbt. 

Die Schlafkabine entstammt der Restekiste.  Die Lackierung erfolgte analog zum Fahrerhaus zweifarbig. Hierfür habe ich wieder Revell Farben verwendet. Zu den Schriftzügen habe ich zusätzlich noch einige Decals aus der Restekiste angebracht. Nach dem Aufbringen der Decals wurde alles mit mehreren Schichten Gunze Topcoat versiegelt.  Anschließend erfolgte ein Zwischenschliff mit 3600er Micro-Mesh. Danach wurde die Kabine mit Tamiya-Compound in drei Durchgängen (grob, mittel, fein) poliert und mit Tamiya-Polishing-Wax versiegelt. Die  Sicken habe ich noch mit einem Rotring-Isograph (Stärke 0,35mm) schwarz eingefärbt.

Und hier das fertige Modell:

 

Weitere Bilder vom Ford LTL 9000 Wrecker findet ihr in der Bildergalerie.